Kaisersbach - Rathaus und Kirche

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Kennen Sie die “Perle des Schwäbischen Waldes”? Ein herrliches Plätzchen! Man kann dort......

 

 

  

 

 

 
 

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Der Ebnisee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele im mittleren Neckarraum. Dabei waren es rein praktische Überlegungen, die ihn vor über 250 Jahren entstehen ließen:

Geschichtliches. Wir schreiben das Jahr 1735. Herzog Carl Alexander, der langjährige Kampfgefährte des Prinzen Eugen von Savoyen, regiert das Herzogtum Württemberg als Nachfolger des am 31.Oktober 1733 verstorbenen Eberhard Ludwig. Der polnische Erbfolgekrieg, bei dem Carl Alexander auf der Seite des Kaisers gegen Frankreich kämpft, hat dem gemeinen Manne hohe Kriegssteuern aufgebürdet und die bittere Armut der in entlegenen Waldgebieten lebenden Bevölkerung noch vergrößert.

Die Nutzung des Waldes als natürliche Rohstoffquelle sind auf Grund schwieriger Transportverhältnisse enge Grenzen gesetzt. Schnitzereien und Schindelherstellung, die Köhlerei und vor allem Glashütten sorgen für bescheidene Wirtschaftstätigkeit im Schwäbisch-Fränkischen Wald.      Der steigende Brennholzbedarf in der Landeshauptstadt und ihrer engeren Umgebung erfordert die Überbrückung der räumlichen Distanz. Flößerei, im Schwarzwald schon praktiziert seit dem 14. Jahrhundert auf Enz, Nagold und Würm und seit dem 15. Jahrhundert auf dem oberen Neckar und seinen Nebenflüssen, soll das Holz auf kostengünstige Weise vom Welzheimer Wald zu den Abnehmern nach Neckarrems bringen. Zu diesem Zweck wird bei der Laufenmühle eine Schließe errichtet.

Noch im Jahr 1735 kann der Floßbetrieb, allerdings in sehr bescheidenem Rahmen, aufgenommen werden. Soll sich die Flößerei rentieren, so muss die Sache wesentlich erweitert werden. Darin ist man sich einig. Und deshalb wird im Jahre 1741 der Beschluss gefasst, einen neuen, größeren Staudamm zu bauen. Keine einfache Angelegenheit, denn das Gelände, in dem der Damm angelegt werden soll, ist sumpfig, so dass ein fester Untergrund fehlt. Es werden zwei Lösungen geprüft. Der Forstmeister von Grassenburg wird mit der Aufgabe betraut und beauftragt zunächst Werkmeister Grau.   Zusätzlich wird von der Rentkammer ein weiterer fähiger Mann hinzugezogen. Man entscheidet sich für den Plan des erfahrenen Floßmeisters Praxmaier. Er widmet sich mit ganzer Kraft dem Projekt und er versteht sein Geschäft bestens. Bereits im Jahr 1745 ist der Damm fertiggestellt und im Winter 1745/46 wird der Ebnisee erstmals aufgestaut. Der  Floßbetrieb kann beginnen.

Der Floßbetrieb ist eine harte Arbeit. Das beginnt schon im Winter, wenn das Holz in den Wäldern geschlagen wird. Auf Handschlitten wird es zum Waldweg gezogen, wo es dann auf Ochsenkarren geladen und zum Ebnisee gebracht wird. Wenn es auf der Höhe über dem See liegt, kann man es auf Riese oder Rutschen den Berg hinunterlassen. Riese oder Rutschen, das sind teils natürliche Schluchten oder Schneisen, die durch einen Knüppeldamm befahrbar gemacht werden. Vor Eintritt des Frostes werden sie noch berieselt, so dass eine glatte Gleitfläche entsteht, über die das Holz in den See rutschen kann. Die Wegbauer haben vor über 200 Jahren den 26 km langen Schlittenweg von Nestelberg bis zum Ebnisee gebaut. Die strategische Leistung ist enorm, da das Gelände durch den Wald so optimal ausgenutzt wird, dass es kaum Steigungen gibt und die Gespanne diese Strecke in nur 5 Stunden zurücklegen können.

Unterhalb des Sees warten bis zur Schneeschmelze riesige Holzstapel. Auch aus entfernteren Forsten wird das Holz an den Ebnisee gebracht. Sobald der See durch die Schneeschmelze und den Frühjahrsregen gefüllt ist, wird das Seewasser abgelassen. Jetzt muss es schnell gehen. Alle verfügbaren Helfer werden aufgeboten, um das Holz ins Wasser zu befördern und die zu Tale wandernden Prügel und Scheiter mit Floßstangen zu leiten und auftretende Stauungen an Hindernissen im Bachlauf zu beheben. Alle fünfzig Meter steht einer der Männer, die zur “Floßzeit” zusätzlich eingestellt wurden. Zirka eine Woche Zeit hat man zum Flößen. Dann sind die Wasservorräte des Ebnisees aufgebraucht und ca. 4.000 Klafter = 14.640 rm/Jahr mit dem Fluss zu ihrem Bestimmungsort getrieben. Der Floßweg zur Rems ist 22 km lang.

Im Sommer ist der Ebnisee trocken. Jetzt wird geheut und das Heu als Streu für das Vieh heimgebracht. Die Armut in dieser Gegend ist so groß, dass das Heu, welches man im trockenen Seegrund erntet, eines Nachts gestohlen wird. Der Dieb ist eine Frau, die dieses Heu 10 km zu Fuß nach Rudersberg schleppt. Als Strafe wird der Diebin dann der Haarzopf abgeschnitten.

Mit dem zunehmenden Ausbau von Land- und Waldstraßen verliert die Holzbringung auf dem Wasserweg mehr und mehr an Bedeutung. 1861 wird dann die Flößerei auf dem Ebnisee vollkommen aufgegeben. Die Wiesengründe, die mehr als ein Jahrhundert lang Jahr für Jahr überflutet wurden, dienen wieder einzig und allein der Landwirtschaft. Wegen des Hochwassers und auf Anregung der Triebwerkbesitzer entschließt sich die Forstverwaltung den See im Jahr 1884 wieder aufzustauen. Eine Bereicherung der schönen Waldlandschaft. Und der Beginn des Tourismus im Welzheimer Wald.

Text “Geschichtliches” und die historischen Ansichtskarten sind der Broschüre “250 Jahre Ebnisee”, herausgegeben vom Ebniseeverein, entnommen.

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