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Oberamtsbeschreibung 1845
Weiler mit 86 evangelischen Einwohnern. Liegt an der nach Welzheim führenden Straße, südlich 3/4 Stunden
von Kaisersbach. Der große und kleine Zehente und die meisten übrigen Gefälle stehen dem Staat, der kleinere Theil der letzteren den Grafen von Pückler zu.
Im Weiler stand einst eine wahrscheinlich sehr alte, der heiligen Maria geweihte Capelle. Von “unser lieben Frawen Kirchen” ist 1425 die Rede. An ihre Stelle
scheint später die Capelle getreten zu seyn, von der es 1466, wo das Kloster Lorch und Limpurg als Patronen eine neu gegründete Caplanei dotirten, heißt, sie sey “ de largitionibus et
elemosinis constructa.” Der Caplan saß noch 1517 in Welzheim. Auf der Capelle hing die alte Glocke, deren bei Kaisersbach Erwähnung geschah.
Gebenweiler ist ein alter Ort. Im Jahre 1078 schenkt Adalbert von Bielriet, dessen Geschlecht wir in der Beschreibung des Oberamtes Hall kennen lernen werden, dem Kloster
Comburg den Ort, d.h. wohl nur die Obrigkeit über “Gebeneswilare.” Als Vögte des genannten Klosters scheinen die Schenken in den Besitz desselben getreten zu seyn, da sie von alten Zeiten
der Obrigkeit üben den Ort behaupteten. Das Kloster Lorch aber war sowohl für sich als wegen der Capelle zu Schadburg alleiniger Grundherr und besaß schon 1489, neben den Zehenten, 7 zu Gnaden
verliehene Höfe. Bis 1772 gehörte der Ort in das Amt Gschwend und wurde nun von Solms-Assenheim an Limpurg-Sontheim-Gaildorf abgetreten. Ein Theil der dahin gehörig gewesenen Frohnen ist abgelöst,
ein anderer auf jährlich 58 fl. 24 kr. fixirt worden.
Im Jahre 1452 wurde ein Streit zwischen den Pfarreien Lorch und Welzheim dahin entschieden, daß Gebenweiler auch künftig in die Pfarrei Lorch gehören, der Pfarrer von
Welzheim aber die pfarrlichen Rechte versehen und der Pfarrei Lorch jährlich 10 Sch. Heller und 6 Sommerhühner, welche der Ort indessen gereicht, entrichten, dagegen die fallenden Opfer behalten
soll. Erst bei der Reformation hörte der kirchliche Verband mit Lorch auf.
(Foto der Marienglocke)
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