Zukunftsfähige Wasserversorgung für Kaisersbach: Gemeinderat beschließt Investition mit Weitblick
In seiner öffentlichen Juni-Sitzung hat der Gemeinderat der Gemeinde Kaisersbach den Baubeschluss für den umfassenden Neubau eines modernen Wasserwerks (Filteranlage), eines neuen Hochbehälters sowie den zugehörigen Leitungsbau gefasst. Mit dieser wichtigen Weichenstellung investiert die Gemeinde gezielt in eine krisenfeste und wirtschaftlich nachhaltige Eigen-Wasserversorgung. Dadurch können die Fremdkosten für den Wasserbezug reduziert und künftige Anstiege des Wasserpreises gedämpft werden. Die Kosten für Trinkwasser werden in den nächsten Jahren im Land steigen. Kaisersbach hat mit diesem Projekt die Chance, diesen Preisanstieg durch eigenes Quellwasser abzudämpfen. Die Investition in das Wasserwerk ist somit wirtschaftlich und rechnet sich.
Warum investieren wir?
Wirtschaftlichkeit und Unabhängigkeit im Fokus
Bislang beruht die Wasserversorgung in Kaisersbach auf einer Mischung aus eigener Quellwassergewinnung aus den Dosenklingenquellen und dem Zukauf von Fernwasser. Das Problem: Nach starken Niederschlägen kommt es regelmäßig zu Trübungen des eigenen Quellwassers, weshalb die Nutzung der Quellen zeitweise ausgesetzt werden muss. Während dieser Zeit muss die Wasserversorgung der Gemeinde vollständig durch den Bezug von Fernwasser sichergestellt werden, während das Quellwasser ungenutzt bleibt.
Da der Fernwasserbezug im Vergleich zur Nutzung unseres eigenen Quellwassers mit deutlich höheren Kosten verbunden ist, belastet dies die Wasserversorgung und damit letztlich auch die Gebührenzahler regelmäßig. Durch die neue, moderne Aufbereitungsanlage im geplanten Wasserwerk nördlich des Hauptortes kann das Quellwasser künftig auch bei Trübungen zu einwandfreiem Trinkwasser aufbereitet werden. Indem wir den Anteil des kostspieligen Fernwassers drastisch senken, reduzieren wir die laufenden Betriebskosten der Wasserversorgung erheblich. Diese nachhaltige Kosteneinsparung ist ein zentraler Baustein, um den allgemeinen Anstieg des Wasserpreises für die Bürgerinnen und Bürger spürbar zu dämpfen.
Solide Finanzierung: Jeder Förder-Euro wird genutzt
Für eine kritische und kostenbewusste Betrachtung ist die Finanzierung dieses Großprojekts von zentraler Bedeutung. Hier konnte sich Kaisersbach durch Beharrlichkeit hohe Zuschüsse sichern. Für das Programmjahr 2025 wurden Fördermittel des Landes Baden-Württemberg in Höhe von rund 1,31 Millionen Euro bewilligt. Da die Gemeinde im Bereich der Wasserversorgung vorsteuerabzugsberechtigt ist, belasten die Baukosten die Gemeindekasse ausschließlich netto. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 3,36 Millionen Euro netto verbleibt nach Abzug der fest zugesagten Zuschüsse ein voraussichtlicher Eigenanteil der Gemeinde von rund 2,05 Millionen Euro netto. Dieser Eigenanteil stellt eine sinnvolle und zukunftsorientierte Investition dar, die die Wasserversorgung für viele Jahrzehnte und Generationen absichert.
Die technischen Modernisierungen auf einen Blick
Das Projekt modernisiert eine Infrastruktur, die teilweise über 70 Jahre alt ist, und passt sie an aktuelle technische, hygienische und rechtliche Standards an. Das Projekt gliedert sich in drei Teile:
- Neues Wasserwerk (Filteranlage): Errichtung einer zentralen Aufbereitungs- und Versorgungseinrichtung nördlich von Kaisersbach mit hocheffizienter Steuerungs- und Überwachungstechnik.
- Moderner Hochbehälter: Der bestehende Wasserturm aus den 1950er-Jahren besitzt lediglich eine Kapazität von 250 m³. Er wird durch einen Hochbehälter ersetzt, der aber nicht als Turm sondern als Gebäude nördlich von Kaisersbach realisiert wird. Dabei wird die Speicherkapazität von 900 m³ auf zwei Behälter aufgeteilt, was Vorteile für Revision und Reinigung bringt. Dies erhöht die Versorgungssicherheit grundlegend und garantiert stabilen Netzdruck auch in Spitzenlastzeiten. Der alte Wasserturm kann baulich dennoch erhalten bleiben.
- Optimierter Leitungsbau: Neue Transport- und Verbindungsleitungen ersetzen die über 70 Jahre alten Hauptleitungen und sorgen für eine hydraulische Optimierung des gesamten Versorgungsnetzes und binden die neuen Anlagen sicher ein.
Wie geht es weiter? Der Zeitplan im Überblick
Die Planungen sind komplett abgeschlossen und das benötigte Grundstück wurde bereits erworben. Der Fahrplan für die Umsetzung steht fest:
- Juni 2026: Baubeschluss durch den Gemeinderat (erfolgt).
- Anschließend: Vorbereitung und Start der Ausschreibungen für die Bauleistungen.
- Herbst 2026: Vergabe der Aufträge durch den Gemeinderat.
- Anfang 2027:Geplanter Baustart
- Voraussichtlich Ende 2029: Fertigstellung und offizielle Inbetriebnahme.
Mit diesem Beschluss investiert Kaisersbach klug in Unabhängigkeit, Ökologie und vor allem in stabile, verlässliche Gebühren für die Zukunft.







