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Eine Bilanz: Hochwasser/Starkregen in Kaisersbach

Artikel vom 13.06.2024

In der Nacht vom 2. auf 3. Juni hat Starkregen verbunden mit Hochwasser (Blinde Rot) in mehreren Kaisersbacher Teilorten zu Großschadens- und Großeinsatzlagen geführt. Bei über 70 Einsätzen hat die Kaisersbacher Feuerwehr mit Unterstützung mehrerer Feuerwehren aus dem Umland, dem THW, zahlreichen Anwohner/Innen und unterstützenden Unternehmen Schlimmeres verhindert.  Vier eingeschlossene Personen konnten von der Feuerwehr gerettet werden – es gab in Kaisersbach somit keinen Personenschaden. „In Kaisersbach wurde eine Katastrophe verhindert“ ordnet Bürgermeister Michael Clauss die Einsatznacht ein. „Vielen Dank an die vielen Rettungskräfte und Helfer/Innen, die aufopfernd im Dauereinsatz gekämpft haben, Menschenleben gerettet und noch schlimmere Sachschäden verhindert haben “, so Clauss. „Hier gilt es auch demütig in Richtung Wieslauftal zu blicken, wo es Opfer zu beklagen gab“.

Es waren in der Spitze über 100 Einsatzkräfte in Kaisersbach im Einsatz. Ergänzend hat das Rathaus Kaisersbach mit Bürgermeister Michael Clauss, Hauptamtsleiter Lars Starke, Bauhof, Wasser- und Abwassermeister im Feuerwehrhaus und vor Ort die Einsatzkräfte unterstützt. Kaisersbach war in engem Kontakt mit dem Krisenstab in Waiblingen unter der Leitung von Landrat Dr. Sigel.

Erst nach 23 Stunden konnte der Einsatz abgeschlossen werden.

 

Die Ursache

Ursächlich war ein Starkregen, der über Cronhütte mit die höchste Niederschlagsmenge bundesweit brachte. Dieses Starkregengebiet zog über einige Teilorte Kaisersbachs und dann weiter in das Wieslauftal. Über Wiesen und Felder hat sich teilweise das Wasser zu reißenden Wasserströmen gesammelt und ist durch Teilorte geflossen. Die Blinde Rot hat ihre bisherige historische Hochwassermarke bei weitem übertroffen. Bei einem Wasserstand von 4 Metern wurde das Pegelhaus in Schadberg überflutet und zerstört, der tatsächliche Wasserstand dürfte 5 Meter überschritten haben.  Das Rathaus hat nach der Schadensnacht Drohnenaufnahmen der Schadensorte sowie der Wasserflüsse über Wiesen und Felder gemacht, um für die Zukunft ggf. Rückschlüsse ziehen zu können.

 

Die Schäden

In den hauptbetroffenen Teilorten Schadberg, Menzlesmühle, Täle, Gehren, Gmeinweiler und Gebenweiler gab es zahlreiche Schäden für Privathaushalt und Unternehmen: Gebäude wurden teilweise massiv beschädigt, unzählige Keller sind vollgelaufen, Wohnräume wurden überflutet, Autos und ein Wohnmobil wurden zerstört. Die Aufräumarbeiten dazu dauern teilweise noch an. Die Reparaturen werden vereinzelt auch noch Monate in Anspruch nehmen.

Die Gemeinde Kaisersbach hat ebenfalls Schäden zu beklagen: so wurde in Gmeinweiler auf über 100 Metern Länge ein Gemeindeweg samt Unterbau, Regenkanal und Asphaltbelag weggeschwemmt. Zudem gibt es an Gemeindestraßen einige Rutschungen/Absenkungen zu reparieren. Der Spielplätze Täle muss wieder gerichtet und gesäubert werden. Wasser- und Abwassermeister haben ausgefallene Abwasserpumpwerke schrittweise wieder in Gang gebracht und die Wasserversorgung stabilisiert.

 

Vorsicht auf Straßen und Wege

Im Gemeindegebiet sind durch Rutschungen Straßen und Wege beschädigt. Vereinzelt sind Rutschungen immer noch in Bewegung. Daher ist weiterhin größte Vorsicht auf Straßen und Wegen geboten.

 

Trinkwasser im Sandland

Durch ein überflutetes Pumpwerk hat der Wasser-Zweckverband Menzlesmühle bereits am Samstag ein Abkochgebot für vom Zweckverband mit Trinkwasser belieferte Ortsteile/Wohnstellen im Sandland ausgerufen. Dieses Abkochgebot konnte inzwischen wieder aufgehoben werden. Die Wasserproben ergaben nach der Trinkwasserverordnung keine Beanstandungen. Das Trinkwasser kann ohne Einschränkungen für den menschlichen Gebrauch verwendet werden. In allen anderen Kaisersbacher Teilorten gab es keine Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung.

 

Hilfsangebote:

  • viele freiwillige Helfer/innen haben bei Betroffenen mit angepackt und stehen auch weiterhin parat; über das Rathaus kann weiterhin Hilfe angefordert werden
  • Kaisersbacher Unternehmen bieten vor Ort ihre Hilfe an.
  • Die Gemeinde Kaisersbach unterstützt die Geschädigten nach Kräften mit Logistik, Technik, Containerabruf, Behördenabsprachen usw... und steht als Mittler und Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Bauhof, Wasser-/Abwassermeister und Rathaus sind ebenso bei der Beseitigung der zahlreichen Schäden an Straßen, Wegen, Spielplatz Täle, Pumpstationen usw. im Einsatz
  • wenn Sie finanzielle Unterstützung leisten wollen: der Landkreis hat ein Spendenkonto eingerichtet (www.rems-murr-kreis.de). Betroffene, die finanzielle Unterstützung benötigen, bekommen ebenfalls über den Landkreis unbürokratische Hilfe.
  • Darüber hinaus sind unsere Gedanken auch immer wieder in Rudersberg und dem Wieslauftal: die Feuerwehr Kaisersbach steht als Grundschutz für das Wieslauftal abrufbereit, für die dortige Wasserversorgung haben wir Hilfe angeboten, freiwillige Helfer/innen aus Kaisersbach sind ebenso im Wieslauftal im Einsatz wie unterstützende Unternehmen. Wer darüber hinaus in Rudersberg unterstützen möchte: unter www.rudersberg.de gibt es aktuelle Informationen.
 

Vielen Dank für die Unterstützung und den Zusammenhalt in dieser schwierigen Situation!